herrgott, das ist ja wieder ein montag – reich ranicki hat den deutschen fernsehpreis abgelehnt. nachdem ingolf lück als schlumpf-farbenes kondom auf der bühne tanzte, irgendein komiker auf der bühne behauptete, “alle anderen hätten die hosen voll, aber bei ihm wärs wenigstens flüssig” war das vielleicht auch garnicht anderes möglich – oder anders betrachtet, war dies vielleicht die beste vorlage für grantel-marcel nach den grundzügen des confidence-games.
viel besser in punkto alltag meets philosophie ist dieses, was man heute in der taz findet – der popstar und der philosoph. get it – bohlen meets heidegger. oder was alle anderen, die bohlens bücher zu tausenden gekauft haben, im nachhinein adelt: bohlen adaptiert heidegger und ist damit alles, alles andere als ein blöder jaulender millionseller spacken.
“… Irgendjemand muss Heidegger dann gesteckt haben, oder es ist ihm selbst aufgegangen, dass so gemähte Sätze nach dem gerade geschehenen unaussprechlichen Grauen nicht so ganz hinreichen in der bevorstehenden Auseinandersetzung mit der Geschichte. Also schob er 1950 eine umfassendere Aufsatzsammlung unter dem Titel “Holzwege” nach.
Mit den Holzwegen hat man dann nach der heimlichen Verbindung die offene zu Bohlens neuem Werk gefunden. “Viele werden denken, dass es Unterschiede zwischen den einzelnen Zeitungen gibt. So nach dem Motto: Die Bild ist ganz schlimm, aber die seriöseren Zeitschriften wie Spiegel, Focus oder Stern arbeiten ganz anders. Wenn ihr das glaubt, seid ihr auf dem Holzweg”, schreibt Bohlen an einer zentralen Stelle. Der Holzweg markiert das Gemeinsame und das Trennende in den Werken Bohlens und Heiddeggers. Für Heidegger sind Holzwege Wege, auf denen man in der Irre gehen kann, ohne sich zu verirren. Holzmacher und Waldhüter kennen den Zustand und sind Heideggers Kumpanen auf dem Holzweg. Während für Bohlen Holzwege einfach falsche Wege sind, die man meiden sollte. Dazu will Bohlen seinen Lesern einige Anleitungen geben und deshalb lautet der vollständige Titel seines Buches: “Der Bohlenweg. Planieren statt sanieren”. Der Unterschied ist klar: Bei Bohlen kommt zuerst der Weg, dann das Planieren, bei Heidegger kam zuerst das Brechen, dann die Feld- und Holzwege. …”
mehr dazu (leider nicht der veriss von katharina wagners dritter inszenierung ihres ur-opa-onkels noch der von elke heidenreich, die auch gerne als con woman beim zdf in erscheinung getreten wär.) gibts unter dem stichwort holzwege in der taz.


